Kraftwerk
Vockerode

Dr. Lichte 
Sachverständigen- und Ingenieurbüro Dr. Ulf und Peter Lichte GbR 

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Angaben zur Sprengung
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Die Sprengung der 4 Schornsteine erfolgte jeweils in zwei Ebenen, so dass sich eine verkürzte Falllänge ergab. Die Zündung dauerte insgesamt 10 s. Die einzelnen Zündzonen wurden mit Kurzzeitzündern gezündet. Zwischen den Ladezonen befanden sich Zündverzögerer mit 2 s Differenz zwischen den Schornsteinen und 4 s Differenz zwischen der oberen und unteren Ladezone. Der gesamte Fallvorgang von Beginn der Zündung dauerte etwa 17 s bis 18 s, d.h. für jeden Schornstein ca. 8 s. Zwischen der Zündung der oberen Ebene und dem Aufprall des Schornsteinschaftes lagen jeweils etwa 5,5 s. Die Schaftspitze prallte ca. 2,5 s später auf. Der Schornsteinschaft rutsche dabei auf dem Schornsteinstuhl entgegengesetzt zur Fallrichtung, weshalb eine stärkere Verkürzung eintrat als vorausberechnet.

Fotoserie von der kompletten Sprengung 

 

Verhalten der Schornsteine am Beispiel von Schornstein 1 

 

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Überwachung
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An 12 verschiedenen Messstellen, um die Schornsteine verteilt, erfolgten Erschütterungsmessungen. Auf den Schwinggeschwindigkeitszeitregistrierungen sind die Erschütterungen während aller Spreng- und Aufprallvorgänge dokumentiert. 
Die Sprengerschütterungen treten nur zu Beginn getrennt von den Aufprallerschütterungen auf und sind, wie erwartet, klein. 
Die Aufprallerschütterungen weisen 3 Maxima auf (ca. 10 s, 12 s und 15 s nach der ersten Zündung), an einem Messpunkt sind 4 Maxima vorhanden (zusätzlich 17 s nach der ersten Zündung). 
Aus dem Zeitvergleich der Registrierungen mit den vorhandenen Videos und Fotos vom Sprengvorgang ist abzuleiten:
 

  • die charakteristischen Maxima gehören zum Aufprall der Schaftköpfe der Schornsteine
  • der Aufprall der Schaftfüße und Tische verursacht geringere Erschütterungen
  • die getrennten Erschütterungsimpulse sind entgegengesetzt zur Zündrichtung vorhanden
  • in Zündrichtung überlagern sich die Impulse zu einer relativ gleichmäßigen Erschütterung

Messpunkt B

  

Messpunkt H

Einwirkung auf die Nachbarschaft 

Vor der Sprengung erfolgte eine umfangreichen Bestandsaufnahme an der umliegenden Bebauung. Bei der vergleichenden Nachbegehung konnten durch die Sprengung verursachte Schäden nachgewiesen werden. Sie betreffen im Wesentlichen Glasbruch in unmittelbarer Nähe der Sprengstelle und geringfügige Rissbildungen bzw.- erweiterungen in vorgeschädigten Gebäuden der angrenzenden Wohnbebauung.

Messgeräte 

Messgeräte
(näheres siehe Messtechnik)

Bei den Erschütterungsmessungen kamen folgende Messapparaturen zum Einsatz:

  • Präzisions-Schwingungsmesser SMK-4812 
  • SYSCOM MR2002
  • Schwingungsmesser ZEB/SM-6C 
  • Schwingungsmesser ZEB/SM-3E
  • Schwingungsmesser ZEB/SM-8U
Beteiligte Fachfirmen 
Auftraggeber: VEAG
Sprengprojekt:  Planungsbüro für Bauwerksabbruch Dr. Melzer
Beweissicherung:   Ingenieurbüro Dr. Lichte und 
MOBILER BILD- UND MESSDIENST, Michael T. Böhme
Abbruchsprengung: TVF
Erschütterungsmessung: Ingenieurbüro Dr. Peter Lichte und Planungsbüro für Bauwerksabbruch Dr. Melzer

 

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